"Sprünge"

Wilhelm Wagenfeld Haus


Die Evolution des Neuen in der Alltagskultur
14.3. - 10.8.2008

Sprünge, Ausstellung im Wagenfeld-Haus Bremen Ostertor, Ostertor-Viertel, Freizeit in Bremen
Das Wilhelm-Wagenfeld-Haus im Ostertor

Am Wall 209

Tel: 0421 - 33 88 116

Öffnungszeiten:
Di 15 - 21 Uhr
Mi - So 10 - 18 Uhr


"Sprünge"

Die Evolution des Neuen in der Alltagskultur

Nicht immer muss logisch und langfristig geplant sein, was uns im Alltag neue Impulse gibt. Eine persönliche Erfahrung, ein Gedankenblitz oder die Suche nach neuen Räumen in der Enge unserer Städte bringen manchmal Ideen heervor, die unsere Alltagskultur (r)evolutionieren.
Mit Gebrauchsobjekten von Wilhelm Wagenfeld wird (historisch) dokumentiert, wie schön sich Ästhetik und Funktionalität zum Nutzen des Menschen verbinden lassen.

Ungeahnte Energien

Die Ausstellung lädt zum Staunen ein: Ein Lenkdrachen inspirierte den Hamburger Ingenieur Stephan Wrage zu "Sky Sails GmbH": Warum soll ein Drachen nicht auch die Bewegung eines Schwerlastschiffes zugkräftig unterstützen? Die Bremer Reederei Beluga Shipping machte mit.

Platz für Berufsnomaden

Warum kann ein Flachdach nicht dazu dienen, sogenannten "Berufsnomaden" Platz für ein Heim zu geben? fragte sich der deutsche Designer Werner Aisslinger bei Suche nach "moving spaces". So entstand der "Loft Cube", ein transportable Eigenheim auf 36 Quadratmetern für moderne Nicht-Sesshafte, eine Oase hoch oben mit ungeahnten Wohnqualitäten.

Mobilität ohne Auto

Im Wilhelm-Wagenfeld-Haus werden Vergleiche möglich: den Hightechroller "Segway" gibt es schon auf Golfplätzen, aber er könnte viel sinnvoller eingesetzt werden: In unseren (Innen)Städten, die vor dem Verkehrskollaps stehen, würde er eine umweltschonende Fortbewegung garantieren. Das "Call a bike"-Projekt der Deutschen Bahn könnte die Mobilität der Zukunft bestimmen, wenn Umweltzonen unsere Autos aussperren.

Querdenken

Intelligente Ideen kommen nicht auf Abruf, Querdenken ist wörtlich gemeint, um in unserer von Digitalisierung, Globalisierung und dem Bedürfnis nach Individualität bestimmten Welt Verknüpfungen zu entdecken. Dazu gehört der ferngesteuerte Rasenmäher ebenso, wie das Faltrad oder eine mobile Wohneinheit mit Tisch, Bett und Arbeitsplatz.

Politische Absichten

"Sprünge" lenkt den Blick nicht nur auf den teuren Apple iPod, sondern auch auf den 100-Dollar-Laptop: ein soziales und politisches Projekt, um Kindern in den Entwicklungsländern den Anschlußss an die modernen Kommunikationswelten der Industrienationen zu ermöglichen. Strommangel kein Problem: Ein Jojo oder eine Handkurbel erfüllen ihren Zweck bestens.

Exilhäuser schaffen Platz

Die Ausstellung zeigt – relativ theoretisch - in Texten und Objekten, dass Utopien möglich sind. Fantasie (und Kritik) des Betrachters sind gefragt, der sich ruhig mal lebhaft vorstellen soll, wie es wäre, in einer Plexiglaskiste zu arbeiten, die im Hof des Wagenfeld-Hauses in schöner Farbigkeit als schnell verfügbares Exilhaus aufgestellt ist.