Initiativen
Bremen


Rosa Jaisli


 Foto Atelier, Kurse in Malerei,  Gestalten
ATELIER:
Bremen Hastedt
Stresemannstr. 54
Hinterhof (letzte Halle)
28207 Bremen
Tel.: 0421 - 794 86 18


 Foto Atelier Bremen,Kurse in Gestalten Im Atelier

ANGEBOT KURSE:
Bildhauerei
in Alabaster u.a.
Wochenendkurse
in Kleingruppen
Sa/So 11- 16 Uhr

Offenes Atelier
Di 10 - 13 Uhr
Mi 14 - 17 Uhr
und 18 - 21 Uhr
Sa 11 - 14 Uhr
(14-tägig)



 Foto Atelier, Galerie, Kurse Gestalten In der Ausstellung
"media luna"






2063

Rosa Jaisli

'Alabastern' nennt man einen weich und zerbrechlich, fast durchsichtig wirkenden Körper, und so sind auch die Skulpturen der Bildhauerin Rosa Jaisli, denn sie arbeitet überwiegend mit Alabaster, der sich leichter als Marmor verarbeiten lässt und sich daher besonders gut für Skulpturen eignet.

Freie Künstlerin in Bremen

Rosa Jaisli 1955 in Chile geboren, hat als junge Frau das Chile des Diktators Pinochet als politischer Flüchtling verlassen, und lebt seit 1975 in Bremen. Sie konnte 1982 in Bremen ihr Wirtschaftsstudium mit Diplom abschliessen, fand danach aber durch den Bildhauer Adrian van der Ende den Weg zur Bildhauerkunst.
Nach einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Überseemuseum ist sie seit 1990 als freie Künstlerin in Bremen tätig mit (inter-)nationalen Ausstellungen u.a. in Paris, London, Zürich und Deutschland. Sie unterrichtet und führt diverse Bildhauerkurse durch.

Lebendiges Alabaster

Alabaster ist ein relativ weiches, feines Gestein, das sehr schöne Strukturen offenbart, sehr stark vom Licht und der Beleuchtung lebt und dadurch sehr lebendig wirkt. Daher eignet er sich hervorragend für die Bildhauerei.
Alabaster lässt sich sägen, schneiden, raspeln, schmirgeln und polieren. Daher wird es auch gerne als Material in den Bildhauerkursen für Anfänger und Fortgeschrittne verwendet, die Rosa Jaisli anbietet.

Faszinierendes Nichts

Rosa Jaisli ist einerseits fasziniert von der Leuchtkraft des Steins und seiner Transparenz, andererseits sind ihr gerade die Zwischenräume wesentlich, die sie in ihren Skulpturen schafft.
Sie verarbeitet ihren Stein immer unter Einbeziehung der natürlichen Maserungen, bezieht diese in die Skulptur ein. Ihre Arbeiten leben von der festen Gestalt und den oft überraschenden Durchblicken, die sich je nach Perspektive des Betrachters verändern.
Es immer wieder spannend, in ihren Skulpturen diese Zwischenräume, das Nichts zu betrachten, die sich fast immer wiederholen, dabei meistens zweifach vorhanden sind.

Alabaster

Ich schaue dich an
du weckst in mir
die Erinnerung
an deine Jahrhunderte
währende Anwesenheit
Geschichte ohne Chronologie
unsichtbarer
permanenter Übergang
Ich berühre dich
und spüre
deine Einladung
zu streicheln
Härte, Zärtlichkeit
Transparenz
altsteinzeitliche Masse
Ich spreche zu dir
und verliere mich
zwischen Brüchen
rechter Winkel
Wasserfälle aus Luft
gleiten über deine
Räume ohne Grenzen
ermöglichen
nicht geträumte Begegnungen
laden ein zu entstehen
das Leben wiegend
Ich wandele
durch dein Inneres
verlaufe mich
in Labyrinthen aus Licht
in deinen Leib gehauen
Welche Lust mit dir zu gehen
zum Ausgangspunkt
zu den ursprünglichen Räumen
der Symbiose
die dich ans Licht brachte:
Alabaster!

Nora Becker
POESIE

Geheimnisvolle Inkas

Mit ihren Skulpturen greift die Chilenin Jaisli häufig auf die Architektur der Inkas zurück, entweder als einzelne Gebäude, Tempel, Tore, Höhlen, als Komplex mit ausladenden Treppen oder auch als Flächen, die an die Grundrisse alter Inka-Städte erinnern und immer etwas geheimnisvoll wirken.
Für Rosa Jaisli, die die Gewaltherrschaft Pinochets hautnah miterleben musste und zuhause die Überreste der Inka-Kultur sehen konnte, sind, so sagt sie "einerseits die Macht und andererseits 'nada' das Nichts, die Vergänglichkeit, der Tod, die Leere wichtige Begriffe bei der Auseinandersetzung mit dem Alabaster-Gestein".

Bildhauerkurse

Wer sich mit dem Material Alabaster künstlerisch als Anfänger oder Fortgeschrittener unter einer fachkundigen Anleitung in Kleingruppen beschäftigen möchte, kann dies in Wochenendkursen oder in frei wählbaren "Offenen Atelierstunden" tun. Ergebnis wäre eine schöne Skulptur aus Alabaster, an der man lange Freude hat.